Börse besser verstehen

Geldanlage: Finanzkenntnisse aufbauen und Wertpapiere besser nutzen

(djd). Auf viele Bundesbürger scheint die Börse wie ein unverständliches Durcheinander aus Zahlen und komplizierten Fachbegriffen zu wirken. Das hat Folgen für die Aktienkultur: 2014 ging die Zahl derjenigen, die in Aktien oder Aktienfonds investiert hatten, um 500.000 auf nur noch 8,4 Millionen Menschen in Deutschland zurück. Besonders stark sank dabei die Zahl der jüngeren Anleger. „Aufgrund weit verbreiteter Vorurteile sowie fehlendem Grundwissen werden die Chancen von Aktien kaum wahrgenommen und ihre Risiken überschätzt“, erklärt Dr. Michael Völter, Vorsitzender des Vorstands der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. Tief sitze etwa das Vorurteil, dass eine Aktienanlage nur bei größeren Beträgen sinnvoll sei. Dabei lasse sich auch mit wenig Geld in den Aktienmarkt einsteigen und insbesondere durch kontinuierliches Investieren ein Aktiendepot aufbauen.

Zielgruppenorientierte Vermittlung von Finanzwissen

Vor der ersten Investition an der Börse sollte sich jeder Börseneinsteiger zunächst gründlich informieren – denn Finanzwissen ist der beste Anlegerschutz. Nur wer über die nötigen Kenntnisse verfügt, kann selbstbestimmt und erfolgreich an den Märkten agieren. Die Börse Stuttgart bietet für alle Zielgruppen unterschiedliche Formate zur Vermittlung von Finanzwissen an. Der „Klassiker“ sind die Privatanlegerseminare, die zweimal jährlich stattfinden, Informationen und Termine gibt es unter www.boerse-stuttgart.de/boersenseminare. Ziel ist es, Anleger über alle an der Börse handelbaren Wertpapiere so gut zu informieren, dass sie ihrem eigenen Risikoprofil entsprechend die passenden Anlageentscheidungen treffen können. Nicht zuletzt bietet die Börse auch auf Frauen spezialisierte Seminare an. „Geldanlagen werden insbesondere für Frauen immer wichtiger. Im Ruhestand stellen sie viel häufiger als Männer fest, dass ihre finanziellen Mittel nicht ausreichen“, betont Dr. Michael Völter. Weil Aus- und Weiterbildung bei Finanzthemen auch für Frauen ein erstrebenswertes Ziel sein sollte, räume die Börse den Bildungsaktivitäten für Frauen einen hohen Stellenwert ein.

Ist guter Rat teuer?

Um Börseneinsteigern den Weg an die Finanzmärkte zu erleichtern, bietet die Börse Stuttgart als führende Privatanlegerbörse in Deutschland zahlreiche Informationsmöglichkeiten. Dazu gehört eine kostenfreie Kundenhotline, die Anlegern für Fragen zu Wertpapieren, Handelsmöglichkeiten und zur Ausführung einzelner Orders während der gesamten Handelszeit zur Verfügung steht – ein an deutschen Börsen einmaliges Angebot. Das Interesse ist groß: Über 26.000 Anfragen liefen letztes Jahr auf. Zudem finden Anleger auf Börse Stuttgart TV, dem hauseigenen Web-TV-Kanal, tagaktuelle Marktinformationen und Interviews mit Finanzmarktexperten. Im sogenannten „Börsen-ABC“ werden außerdem die gängigsten Börsenbegriffe schnell und verständlich erklärt – ein nützlicher Service für alle Börsenneulinge.

Modernisieren mit Plan

Altbausanierung: Eine unabhängige Beratung kann Mängel und Schäden verhindern

(djd). Für den Kauf oder die Modernisierung von Altbauten geben die Deutschen heute deutlich mehr Geld aus als für den Neubau von Eigenheimen oder Eigentumswohnungen. Und der Umfang des Modernisierungsmarktes dürfte künftig weiter steigen. Gründe dafür sind steigende energetische Anforderungen, der wachsende Bedarf an altersgerechtem Wohnraum und der Wunsch nach mehr Komfort nach dem Kauf oder Erbe eines älteren Hauses. „Bauen im Bestand wird immer wichtiger, wir haben unser Beratungsangebot daher mit umfangreichen Serviceangeboten für den Altbau ausgebaut“, erläutert Peter Mauel, Rechtsanwalt und 1. Vorsitzender der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB).

Unabhängige Beratung bei der Planung von Modernisierungen

Sanierungen und Modernisierungen konfrontieren Immobilienbesitzer mit Problemen, die sich teilweise deutlich vom Neubau unterscheiden. Tipps und Informationen zu dem Thema gibt ein Modernisierungsratgeber „Zehn Schritte zum modernen Wohnen im Altbau“, der gegen eine Schutzgebühr von drei Euro plus Versandkosten unter www.bsb-ev.de/verbraucherservice bestellt werden kann. Er beschreibt zum Beispiel, wie man sich mit einem Modernisierungs-Check ein Bild vom aktuellen Modernisierungsbedarf machen und den zu erwartenden Kostenrahmen einschätzen kann. Ein Instandhaltungs-Check verhindert, dass Schäden auf die lange Bank geschoben werden und dass es dadurch zu teuren Folgeschäden kommt. Wer sein Haus altersgerecht umgestalten möchte, findet bei Beratungsangeboten rund ums altersgerechte Modernisieren Rat und Hilfe. Denn gerade im Altbau muss man sich am vorhandenen Objekt und dem konkreten Bedarf orientieren.

Mängel und Schäden sind auch bei der Altbaurenovierung an der Tagesordnung

Dass guter Rat auch beim Modernisieren sinnvoll ist, zeigt zum Beispiel die aktuelle Studie des BSB und des Instituts für Bauforschung Hannover e.V. (IFB) „Mängel und Schäden bei Einzelmodernisierungsmaßnahmen“. Die Studie zeigte, dass es auch bei Modernisierungen zu Planungs- und Ausführungsfehlern an nahezu allen Gewerken kommen kann.

Bescheid wissen – Streit vermeiden

Mieter sollten über ihre Rechte und Pflichten gut informiert sein

(djd). Er hat ganz entfernt sogar Ähnlichkeit mit einer Eheschließung: Ein Mietvertrag beruht auf Gegenseitigkeit und wird meist auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Beide Parteien haben es also oftmals langfristig miteinander zu tun. Grund genug, um zu fragen, was der Vermieter eigentlich verlangen darf und welche Rechte er im Einzelnen hat. Streit gibt es beispielsweise häufig bei einem Zahlungsverzug des Mieters, bei der jährlichen Betriebskostenabrechnung, rund ums Thema Schönheitsreparaturen sowie bei Mietminderungen und Mieterhöhungen.

Mietschulden berechtigen zur Kündigung durch den Vermieter

„Bei Zahlungsverzug des Mieters ist der Vermieter berechtigt, fristlos zu kündigen, wenn zwei Monate hintereinander die Kaltmieten nicht gezahlt wurden oder wenn ein über einen längeren Zeitraum ein gleich hoher Betrag offen ist“, erklärt Rechtsanwalt Daniel Khan vom Interessenverband Mieterschutz: Auch konstant unpünktliche Zahlungen können eine fristlose Kündigung nach vorheriger Abmahnung begründen. Ein besonderes Reizthema zwischen Vermieter und Mieter sind Schönheitsreparaturen. Grundsätzlich ist der Vermieter verpflichtet, die Mietsache zu erhalten, wozu auch Schönheitsreparaturen zählen. „Der überwiegende Teil der Mietverträge wälzt diese Pflicht aber auf den Mieter ab – häufig in Formularverträgen, die ohne individuelle Verhandlung zur Unterschrift vorgelegt werden“, so Khan. Die Rechtsprechung habe hierfür enge Voraussetzungen festgelegt und bereits eine Vielzahl von Klauseln für unwirksam erklärt. Im Einzelfall sollte man sich genau informieren, Experten findet man beispielsweise unter www.iv-mieterschutz.de, weitere Tipps rund ums Thema Wohnen hat das Verbraucherportal Ratgeberzentrale.de.

Eine Mietminderung muss gut begründet sein

Wenn der Mieter eine Mietminderung verlangt, kann der Vermieter zunächst eine sogenannte Mängelanzeige verlangen. „Mit dieser muss der Mieter zumindest die Symptome des Mangels beschreiben, so dass der Vermieter sich ein Bild machen kann“, erläutert Daniel Khan. Der Vermieter dürfe auch einen Besichtigungstermin anberaumen, weil es anders oft nicht möglich sei, die Mängelursache festzustellen. Mindert der Bewohner grundlos beziehungsweise unberechtigt die Miete, riskiert er dagegen eine fristlose Kündigung.

Expertentipp: So lässt sich das Armutsrisiko bei vorzeitigem Ruhestand vermeiden

(djd). Schuften bis 67: Die sogenannte Regelaltersgrenze wurde auf dieses Alter angehoben. Wer künftig früher in den Ruhestand gehen will, muss mit kräftigen Abschlägen rechnen. Und das könnte viele Bundesbürger betreffen, denn dem Institut für Arbeit und Qualifikation der Uni Duisburg-Essen zufolge gehen die Deutschen derzeit im Durchschnitt bereits mit 61,7 Jahren in Rente. „Alles deutet darauf hin, dass die sozialen Sicherungssysteme bald an ihre Belastungsgrenzen stoßen“, meint Demografie-Experte Harald Röder, Geschäftsführer der Deutschen Beratungsgesellschaft für Zeitwertkonten und Lebensarbeitszeitmodellen (DBZK). Die gesetzliche Rente werde immer mehr Älteren nicht mehr zum Leben reichen – vor allem dann nicht, wenn sie früher als mit 67 Jahren in den Ruhestand gehen.

Armutsrisiko steigt

Dem ersten deutschen „Altersarmut-Atlas“ zufolge ist bereits heute jeder sechste Rentner von Altersarmut betroffen. „Die Zahl wird steigen – und betroffen sein werden vor allem Menschen, die vorzeitig in Rente gehen und höhere Abschläge in Kauf nehmen müssen“, erklärt Röder. De facto könnten sich Versicherte ohne weitere Einkünfte bald keinen vorgezogenen Rentenbeginn etwa mit 63 mehr leisten. Dabei gehe es oft gar nicht darum, dass man nicht bis 67 arbeiten wolle: „Viele sorgen sich mit Recht, ob der Gesundheitszustand überhaupt den Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes bis zur Rente gerecht wird.“

Lebensarbeitszeitmodell: Vorruhestand ohne Abschläge

Um der Altersarmutsfalle zu entkommen, sind heute innovative Lösungen gefragt. „Zeitwertkonten und Lebensarbeitszeitmodelle haben sich als flexible und zukunftsweisende Instrumente erwiesen, immer mehr Firmen und Arbeitnehmer interessieren sich dafür“, so Harald Röder. Allerdings sei die Moderation bei der Einführung und Verwaltung ein komplexer Prozess, für eine erfolgreiche Umsetzung sei eine rechtssichere Durchführung nötig. Mit einem Lebensarbeitszeitmodell könnten Arbeitnehmer früher als mit 67 Jahren ihren Vorruhestand genießen – und zwar sozialverträglich und ohne Einbußen bei der gesetzlichen Rente.