Ein eigenes Ferienhaus am Meer oder in den Bergen klingt für viele nach Lebensqualität und finanzieller Sicherheit zugleich. Die Idee: selbst Urlaub machen und die Immobilie in der übrigen Zeit gewinnbringend vermieten. Gerade durch Plattformen wie Airbnb oder Booking.com wirkt das heute einfacher denn je. Doch in der Praxis zeigt sich schnell: Eine Ferienimmobilie ist kein Selbstläufer.
Die Lage entscheidet über den Erfolg
Wie bei klassischen Immobilien gilt auch bei Ferienhäusern: Lage ist der wichtigste Faktor. Besonders gefragt sind Regionen mit ganzjährigem Tourismus, guter Infrastruktur und hoher Nachfrage. Genau dort sind die Kaufpreise allerdings oft besonders hoch.
Günstigere Standorte wirken zunächst attraktiv, bringen jedoch häufig das Risiko geringerer Auslastung und schwankender Einnahmen mit sich.
Finanzierung oft anspruchsvoller
Viele Banken bewerten Ferienimmobilien deutlich vorsichtiger als klassische Wohnimmobilien. Der Grund: Einnahmen aus Ferienvermietung gelten als weniger planbar. Deshalb verlangen Kreditinstitute häufig mehr Eigenkapital und zusätzliche Unterlagen – etwa Prognosen zur Auslastung oder erwarteten Mieteinnahmen.
Gerade bei Kapitalanlagen im Ausland kommen außerdem rechtliche und steuerliche Besonderheiten hinzu, die vor dem Kauf genau geprüft werden sollten.
Die Auslastung ist entscheidend
Damit sich eine Ferienimmobilie wirtschaftlich trägt, muss sie regelmäßig vermietet werden. Experten gehen davon aus, dass dafür oft eine Auslastung von rund 50 Prozent oder mehr notwendig ist.
Dabei schwanken Buchungen jedoch stark – abhängig von Saison, Wetter, Bewertungen, Konkurrenz und allgemeinen Reisetrends. Gute Bewertungen und professionelles Management spielen deshalb eine zentrale Rolle.
Viele Kosten werden unterschätzt
Neben Finanzierung und Kaufpreis entstehen laufende Kosten für:
- Reinigung und Betreuung
- Instandhaltung und Reparaturen
- Plattformgebühren
- Verwaltung und Gästekommunikation
- Versicherungen und Nebenkosten
Hinzu kommt: Ferienimmobilien werden meist deutlich stärker beansprucht als klassische Mietwohnungen. Möbel, Küchen und technische Ausstattung verschleißen schneller und müssen häufiger erneuert werden.
Mein Fazit
Eine Ferienimmobilie kann eine interessante Kapitalanlage sein – allerdings nur mit realistischer Kalkulation und klarer Strategie. Wer ein Ferienhaus kauft, investiert nicht nur in eine Immobilie, sondern häufig auch in einen laufenden Vermietungsbetrieb mit entsprechendem Aufwand.
Entscheidend sind eine gute Lage, ausreichend Eigenkapital, realistische Auslastungsannahmen und eine langfristige Planung.