Vater zahlt, Tochter setzt ab Finanzgericht entschied zu Gunsten einer Medizinstudentin

Berlin (ots) – Ein Studium kann für einen jungen Menschen enorme Kosten verursachen, unter anderem deswegen, weil man dafür von zuhause ausziehen und am Studienort eine eigene Wohnung suchen muss. Manchmal übernehmen die Eltern einige der Zahlungen. Nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS kann das teilweise durchaus von dem Studierenden steuerlich geltend gemacht werden. (Niedersächsisches Finanzgericht, Aktenzeichen 1 K 169/15)

Der Fall:

Eine junge Frau begann in Frankfurt ein Medizinstudium. Sie selbst wäre gar nicht in der Lage gewesen, eigenständig für die damit verbundenen finanziellen Belastungen aufzukommen. Also halfen die Eltern aus. Unter anderem, indem sie die Wohnung stellvertretend für die Tochter anmieteten und für die Maklerkosten bei der Vermittlung der Mietwohnung aufkamen (1.100 Euro). Die Tochter machte die Maklerprovision als vorweggenommene Werbungskosten geltend. Der Fiskus erkannte das nicht an.

Das Urteil:

Die Finanzrichter sahen hingegen kein Problem darin, diese Werbungskosten zu akzeptieren. Die Anmietung einer Wohnung sei nötig gewesen zur Aufnahme eines Studiums und die Inanspruchnahme eines Maklers sei ein üblicher Weg, um ein geeignetes Objekt zu finden. Dass die Eltern die Summe bezahlt hätten, stelle einen abgekürzten Vertragsweg dar und spiele für die Absetzbarkeit keine Rolle.

QUELLE: http://www.presseportal.de/pm/35604/3779321 

Rechtzeitig ans Kühlen denken Außen-Klimaanlage bedarf einer WEG-Genehmigung

Berlin (ots) – Im Herbst und Winter befassen sich wahrscheinlich die wenigsten Menschen mit dem Thema Klimaanlage. Doch manchmal wäre das vielleicht ratsam. Wenn nämlich ein Wohnungseigentümer eine solche Anlage an der Hausfassade anbringen will, dann sollte er sich nach Information des Infodienstes Recht und Steuern der LBS rechtzeitig im Vorfeld möglichst um eine einstimmige Zustimmung der Eigentümergemeinschaft bemühen. (Landgericht Frankfurt/Main, Aktenzeichen 2-13 S 186/14)

Der Fall:

Es war ein etwa 80 Zentimeter breiter, 60 Zentimeter hoher und 30 Zentimeter tiefer Kasten, den ein Wohnungseigentümer unterhalb des Dachfirsts anbringen wollte und der die ersehnte Klimaanlage für seine Wohnung enthielt. Farblich setzte sich das Gerät nicht allzu deutlich von der Fassade ab. Eine qualifizierte Mehrheit der Eigentümer stimmte der Anbringung zu, doch ein Betroffener tat das nicht. Anschließend kam es zu einem Rechtsstreit darüber, ob es sich hier um eine bauliche Veränderung handle, die nur einstimmig hätte genehmigt werden können.

Das Urteil:

Die Richter gingen von einer ganz erheblichen optischen Beeinträchtigung des Gemeinschaftseigentums aus. Der Eingriff gehe über das zulässige Maß hinaus. Die Klimaanlage an der Fassade sei von der Straßenseite des Hauses aus zu sehen. Deswegen hätte es nicht nur der Zustimmung der Mehrheit, sondern tatsächlich aller Eigentümer bedurft.

QUELLE http://www.presseportal.de/pm/35604/3779323 

Internationale Immobilieninvestoren hadern mit überhöhten Münchner Preisen

München (ots) – München ist ein beliebtes Investitionsziel für Immobilieninvestoren, doch die hohen Preise und die Knappheit an geeigneten Investitions- und Entwicklungsobjekten schreckt viele ab. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Emerging Trends in Real Estate: Europe 2018“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und dem Urban Land Institute, die heute in Frankfurt am Main vorgestellt wird. Für Studie wurden 818 führende Immobilienexperten in Europa befragt.

„Investoren sehen große Potenziale im Münchner Immobilienmarkt – doch viele fragen sich, wie sie ein Stück vom Kuchen abbekommen können“, sagt Susanne Eickermann-Riepe, Real Estate Leader und Partnerin bei PwC. „Renditen um die 3 Prozent machen München für Investoren vergleichsweise teuer. Wir beobachten daher immer häufiger, dass sie nicht nur auf absolute Premium-Lagen schauen.“

In der Tat betrug die Leerstandsquote bei Büroimmobilien in München lediglich 4 Prozent. Investoren setzen daher zunehmend auf eine Weiterentwicklung der Core-Objekte, die sie bereits besitzen. Auch wenn die hohen Preise sich zum Nachteil für den Münchner Immobilienmarkt auswirken können, räumen die befragten Experten der Stadt sehr gute Aussichten für das Jahr 2018 ein. Hinter Berlin sowie Kopenhagen und Frankfurt belegt München den vierten Platz der Städte mit den besten Investitions- und Entwicklungschancen. Mieten sowie Kapitalwerte in München dürften nach Ansicht der Befragten auch in den kommenden drei bis fünf Jahren weiter steigen.

„München bleibt für Unternehmen aus aller Welt ein extrem attraktiver Standort“, sagt Eckhard Späth, Partner und Leiter des PwC-Standorts in München. „Egal ob Automobilsektor, Technologiebranche, Medien oder Start-ups, die Wirtschaft profitiert von gewachsenen Strukturen, der Nähe zu mehreren Top-Universitäten und einer für Mitarbeiter sehr lebenswerten Region.“

Über die Studie

Die Studie „Emerging Trends in Real Estate: Reshaping the future. Europe 2018“ stellt die mittlerweile 15. Ausgabe der jährlichen Befragung von PwC und dem Urban Land Institute zur Trends und Entwicklungen der Immobilienbranche dar. Für den diesjährigen Report wurden 818 Vertreter von Immobilienfirmen, Investmentmanagern, Immobilienentwicklern, Institutionellen Investoren, Kreditgebern, börsengehandelten Immobilienfonds und Bauträgern in Europa befragt.

Die vollständige Studie zum kostenlosen Download erhalten Sie hier: http://ots.de/g0ngV

SWR Themenabend zu Mieterverdrängung und Zwangsräumung

Baden-Baden (ots) – Dokumentation: „betrifft: Kampf ums Wohnen“ / Mi., 8.11.2017, 20:15 Uhr, SWR Fernsehen / Reportage: „Wohnung weg – und was kommt dann?“ im Anschluss, 21 Uhr

In Stuttgart sind in den letzten Jahren die Preise für Wohneigentum und die Mieten so stark gestiegen wie in keiner anderen Metropole. Was passiert da? Statt selber Wohnungen zu bauen, verschleudern seit zwanzig Jahren Bund, Land und Städte ihre großen Wohnungsbestände. Wie kommt es dazu? Was muss auf Seiten der Städte getan werden, damit Wohnraum bezahlbar bleibt? „betrifft: Kampf ums Wohnen“ von Karin Theis und Claudia Steinsberger sucht am Mittwoch, 8. November 2017, um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen Antworten auf diese Fragen. Im Anschluss, um 21 Uhr, zeigt die Reportage „Wohnung weg – und was kommt dann?“ von Markus Henssler und Sebastian Georgi, was mit Menschen passiert, die den Kampf um ihre Wohnung verloren haben und sich mit einer Räumungsklage konfrontiert sehen.

„betrifft: Kampf ums Wohnen“: zwischen Abrisswahn und Mieterverdrängung

Gerda Merker muss raus aus ihrer Wohnung in Stuttgart-Zuffenhausen. Ihre ganze Siedlung soll abgerissen werden, um Platz zu machen für teurere Eigentums- und Mietwohnungen. „Es kann doch nicht sein, dass Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben, ihr Dach über dem Kopf verlieren“, sagt sie zornig – verzweifelt. Aber sie gibt nicht auf und will sich wehren. „betrifft“ begleitet sie und andere Wohnungssuchende beim Kampf um ihr Zuhause und bei der Suche nach einem Dach über dem Kopf. Immer mehr Geringverdiener müssen rausziehen aus der Stadt, denn Wohnen in der Großstadt können sie sich nicht länger leisten – das zeigt sich besonders in Stuttgart. Sie werden an den Rand gedrängt, in jeder Beziehung: Sie werden Teil eines neuen „Pendlerproletariats“ oder sind ins Abseits gedrängte, ältere Menschen. Nicht nur in Stuttgart werfen Mieterinitiativen den Verantwortlichen „Abrisswahn“ vor. Abgerissen werden Tausende von Mietwohnungen, die für ihre bisherigen Bewohner noch bezahlbar sind. Dabei gibt es Städte, die es besser machen – Beispiele, die helfen, das Wohnproblem zu lösen und Hoffnung machen.

„Wohnung weg – und was kommt dann?“: Leben nach der Zwangsräumung

„Ich habe zwölf Jahre pünktlich meine Miete bezahlt“, Matthias Koalick vergräbt sein Gesicht in seinen Händen, „und jetzt werde ich einfach rausgeschmissen!“ Ein Streit zwischen dem 51-Jährigen und der Wohnungsbaugesellschaft hat zur Räumungsklage geführt. Matthias Koalick ist aus gesundheitlichen Gründen Frührentner, trotzdem muss er jetzt raus aus seiner Wohnung. Gekündigt wird schnell heutzutage, doch auf dem Wohnungsmarkt hat er keine Chance. „Das liegt daran, dass es hier kaum bezahlbaren Wohnraum gibt“, sagt Henning Uber von der Ambulanten Hilfe, einem gemeinnützigen Verein, der sich um wohnungslose Menschen kümmert. Dorthin hat Matthias Koalick sich gewendet, denn die Räumung seiner Wohnung steht unmittelbar bevor. Der Wohnungsmarkt ist aus den Fugen geraten. Was passiert mit Menschen, die ihre Wohnung verlieren und keine neue Bleibe haben? Die Reportage begleitet Menschen, die „raus“ müssen, aber nicht wissen, „wohin“.

„betrifft“ – aktuelle Themen, transparente Recherche

Die SWR Dokumentationen der Reihe „betrifft“ beleuchten aktuelle Themen gesellschaftlicher Relevanz, die ein breites Publikum ansprechen. Die Erzählhaltung bezieht den Zuschauer in die Entstehung des Films mit ein. Recherchewege werden offengelegt und es wird thematisiert, warum gerade dieser Experte zu Wort kommt und ein anderer nicht. Auch Recherche-Pfade, die ins Leere laufen, können Teil des Films sein. „betrifft“ beschreibt keine Phänomene, sondern hinterfragt sie und macht Entwicklungsprozesse deutlich. Die Filme zeigen Entwicklungen auf, beziehen Standpunkt, liefern Analysen und erzählen Geschichten Einzelner. Im Anschluss an „betrifft“ zeigt das SWR Fernsehen am Mittwochabend um 21 Uhr oft eine Dokumentation oder Reportage, die das Thema der Sendung ergänzt und vertieft oder von einer anderen Perspektive beleuchtet.

QUELLE: http://www.presseportal.de/pm/7169/3774732

Sendetermine im SWR Fernsehen 
"betrifft: Kampf ums Wohnen" am Mittwoch, 8. November 2017, 20:15 
Uhr, SWR Fernsehen 
"Wohnung weg - und was kommt dann?" am Mittwoch, 8. November 2017, 21
Uhr, SWR Fernsehen