Zinsen zahlen fürs Sparen

ist es Ihnen auch schon durch den Kopf gegangen, dass Sie letztendlich für das Sparen bezahlen, wenn Sie vom Sparzins die geldentwertende Inflationsrate abziehen?

Damit Banken mehr Kredite an Unternehmen und Verbraucher vergeben und nicht mehr Unmengen bei der EZB als Einlagen hinterlegen, wird eventuell der Einlagenzins für Geldhäuser bei der EZB unter null ins Negative sinken.

Ob Kredite dadurch wirklich deutlich günstiger an Verbraucher weitergegeben werden bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: auch Sie als Sparer müssen weiter sinkende Zinsen befürchten.

EZB senkt Leitzins auf Rekordtief

Die Notenbank erwarte eine „längere Phase niedriger Inflation“, erklärte Draghi. Heißt: Die Zinsen im Euroraum werden auf mittlere Sicht niedrig bleiben.

Was bedeuten die Mikro-Zinsen für Sparer und Verbraucher?

  • Eine hohe Inflationsrate bei niedrigen Zinsen zehrt Ersparnisse auf. Deshalb warnte Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV): „Noch mehr und noch billigeres Geld vermindert den Anreiz zum Sparen.“
  • Sparer würden mit zu niedrigen Zinsen ungefragt zur Entschuldung von Euro-Staaten herangezogen.
  • Tagesgeld: Bei niedrigen Leitzinsen werden auch die Banken die Zinsen auf Spar- und Tagesgeldkonten ihrer Kunden auf Sicht nicht mehr anheben.
  • Versicherung: Versicherungen bekommen mehr und mehr ein Problem den Garantie-Zins für ihre Versicherten (z.B. für Lebensversicherungen) zu erwirtschaften. Grund: Beispielsweise für Lebensversicherungen sind die Unternehmen dazu angehalten einen festen Prozentsatz in sichere Anleihen, wie Staatsanleihen zu investieren. Problem: die bieten derzeit keine großen Gewinne.
  • Staatsanleihen: Wer derzeit in die vermeintlich sicheren Staatsanleihen investiert, muss sich mit niedrigen Zinsen abfinden.

SEPA-Kontonummern

Auch wenn manche Leute die neuen Vorgaben der Europäischen Union für einen einheitlichen Zahlungsverkehr in der Euro-Zone auf die leichte Schulter nehmen, ist dies keineswegs so.

Die IBAN-Kontonummer besteht dann aus bis zu 22 Stellen (Landerzeichen, Prüfziffern, alte Bankleitzahl und alte Kontonummer). Dazu kommen übergangsweise noch einmal 11 Buchstaben, die sogenannte BIC.

Da die meisten Banken zukünftig wohl nicht mehr – wie bisher – die Übereinstimmung Empfängerbezeichnung/Kontonummer überprüfen wollen, kann bereits eine falsche Zahl oder Ziffer dazu führen, dass das Geld erstmal weg ist und oft nur schwer zurückgeholt werden kann.